»Ich kündige.« - Das ist der Grund.

Manukat | Max Koller

In diesem Blog erfährst du meine persönlichen Beweggründe, die zu der Entscheidung geführt haben, dass ich meinen Job im Vertrieb bei dem Logistikunternehmen UPS aufgegeben habe, um mich zu 100% auf unseren Online Shop zu konzentrieren und wieso ich mir hierfür 12 Monate Zeit gebe.

»Warum kündigst du?«

Diese Frage habe ich besonders häufig gestellt bekommen, nachdem ich bei meinem alten Arbeitgeber UPS meine Kündigung bekannt gegeben habe.
Der Hintergrund dieser Frage war oftmals der, dass meine Gesprächspartner der Meinung waren, dass ich einen Online Shop »entspannt« nebenher einrichten und live schalten kann.

Dieser Meinung möchte ich gar nicht widersprechen, denn es geht. Doch die Frage, die ich mir gestellt habe war:

»Bis zu welchem Level kann ich einen Online Shop nebenberuflich betreuen und genügt dies meinen eigenen Ansprüchen?«

Meine Antwort auf diese Frage war immer die gleiche:

»Nein, ich will mich zu 100% auf den Online Shop konzentrieren, damit dieser und damit auch verbunden die Marke „Manukat“ eine höhere Überlebenschance haben.«

Eine Frage der Perspektive

Mein persönlicher Hintergrund zur Kündigung ist folgender:

Ich bin in einer Familie aufgewachsen in der einige meiner Verwandten selbstständig sind. Allen voran war und ist mein Vater, der als Osteopath und Heilpraktiker tätig ist, die prägendste Person für mich in dieser Hinsicht.

Anhand seines Werdegangs konnte ich direkt miterleben, was ein Leben als Selbständiger mit sich bringen kann. Ich konnte die positiven sowie die schwierigeren Momente miterleben. Zum Beispiel musste mein Vater in seinen 40ern noch einmal zwei Jahre die Schulbank »drücken«, um Osteopath werden zu können.

Warum musste er sich beruflich neu aufstellen? – Bevor mein Vater als Osteopath praktizierte, war er als Selbstständiger im Trabrennsport tätig, doch die Entwicklung des Sports bot keine Zukunft mehr. (Ich behaupte, dass die meisten von euch gar nicht wissen, was sich hinter dem Trabrennsport verbirgt. 😁.
Bei Interesse sucht im Internet nach »Prix d´Amerique«. Es ist das größte Ereignis in dem Sport, das einmal im Jahr in Frankreich stattfindet.)

Wir kennen den Spruch  

»Selbständigkeit ist Fluch und Segen zugleich«

 Bei all den Facetten, die ich im Zusammenhang mit dem Thema »Selbstständigkeit« kennenlernen durfte, schien die Selbstständigkeit für mich am Ende eher Segen und Chance, als Fluch zu sein und dadurch alleine hat es mich gereizt, diese Erfahrung einmal selbst machen zu wollen.

Ich möchte mir mit diesem Schritt selbst die Fragen beantworten können: »Bin ich ein Typ, der für die Selbstständigkeit geeignet ist und wie ist es, wenn ich mein theoretisches Wissen einmal wirklich umsetze, um wirklich sagen zu können, was am Ende funktioniert und was nicht?« 

– Ansonsten bleibe ich doch nur Theoretiker und gebe meine Meinung zu Themen ab, die ich noch nie praktisch umgesetzt habe oder? –

Meiner Ansicht nach kann ich diese Fragen nur beantworten, wenn ich zu 100% selbstständig und nicht parallel 8-10 Stunden als Arbeitnehmer tätig bin, der Annehmlichkeiten, wie zum Beispiel ein regelmäßiges Gehalt genießt.

Es steckt für mich ein gewisser Nervenkitzel dahinter zu erfahren, ob ich die Disziplin, den Ehrgeiz und den Eifer aufbringe, der in der Selbstständigkeit erforderlich ist, um sich seinen Lebensunterhalt damit einmal verdienen zu können. Zudem kann ich nur durch die Umsetzung von Ideen erfahren, ob sie wirklich funktionieren oder nur in meinen Überlegungen bzw. in der Theorie klasse sind. (Und anschließend kann ich meine Erfahrungen teilen, wenn es interessiert. 😜)

Vielleicht habe ich die erfolgreichen Gründungsgeschichten anderer Firmen falsch verstanden, doch ich meine zu wissen, dass das Gründerteam immer mit seinen Gedanken zu 100% bei der eigenen Firma war. Ich werde dazu meine Freunde in spe Jeff & Elon noch einmal zu fragen, wie es bei denen damals war, um ganz sicher zu sein. 😁

Die Selbstständigkeit & meine persönliche Entwicklung

Ungeachtet der Tatsache, dass ich kein regelmäßiges Einkommen mehr haben würde, hatte ich mir vor der Kündigung vorgestellt, dass der Schritt in die Selbstständigkeit unfassbare Möglichkeiten bietet, um meine Entwicklung auf persönlicher und fachlicher Ebene schneller und auf breiterer Fläche voranzutreiben.

»Gezwungenermaßen« hatte ich mich in den Monaten vor der Aktivierung unseres Online-Shops sowie in den Monaten nach meiner Kündigung mit vielen Themen auseinandergesetzt. Hierbei ging es um Themenfelder mit denen ich aufgrund meiner vorherigen Erfahrungen keinerlei Berührungspunkte hatte, wie bspw. Instagram und Facebook Marketing oder die Pflege und den Aufbau eines Instagram Profils, den Aufbau eines Online Shops etc.

Viele dieser Themen bedürfen immer noch Verbesserungen meinerseits, jedoch bin ich guter Dinge, dass Social Media und ich uns immer besser verstehen werden.

Ausgehend von den Themen bei denen ich dazulernen musste, konnte ich zusätzlich viele weitere (für mich) neue Entwicklungsbereiche kennenlernen, die mich generell persönlich sowie speziell für meine Aufgaben als Selbstständiger wissbegieriger haben werden lassen. Hierbei geht es um verschiedene Themen, wie Künstliche Intelligenz, Voice Ordering, Markenbildung, 3D-Drucker oder 5G, um ein paar zu nennen.

Randnotiz:
Besonders die beiden Themen Voice Ordering und Markenbildung sind für mich besonders spannend, da sie aus meiner Sicht sehr eng miteinander verwoben und wichtig für den langfristigen Erfolg unseres eigenen Online Shops sind. Ohne eine attraktive Markenbildung wird das Thema Voice Ordering keine nennenswerte Nutzung für Brands und/oder Firmen ohne Identität erfahren. Eine Markenbildung benötigt Zeit - für mich als eher ungeduldigen Typen eine entsprechende Herausforderung - und doch werden wir uns diese Zeit einräumen müssen.

»Zu kündigen ist eine mutige Entscheidung« – Ist das so?

Diese Gegenfrage stelle ich gerne, als Antwort an meine Gesprächspartner, wenn diese sagen, dass meine Kündigung eine mutige Entscheidung sei.

Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich selbst lange auf diese Art reagiert hätte, wenn mir jemand sagen würde, dass er/sie sich selbstständig macht und den sicheren Job dafür aufgibt.

Was also hat mich zum Umdenken bewogen, sodass mir die Entscheidung am Ende doch leicht gefallen ist? – Einfach gesagt: Bücher, Youtube und meine engsten Freunde und Familie. 

Um es etwas konkreter zu machen, waren es vor allem drei Quellen, die mich dazu gebracht haben zu glauben, dass das »Projekt Selbstständigkeit« nichts ist vor dem du und ich Angst oder Ehrfurcht haben müssen. Im Detail sind diese drei Quellen/Erfahrungen besonders prägend gewesen:

Buch: »Die Entscheidung liegt bei dir« 
von Autor: Reinhard K. Sprenger

(Unbezahlte Werbung)

Youtube: Gary Vaynerchuk 
Klicke hier, um zu seinem Channel zu gelangen.
(Unbezahlte Werbung)

Die Story & der Werdegang von meinem Dad

Solltest du diesen Blog Beitrag bis zu dieser Stelle gelesen haben, dann (I) vielen Dank, dass du bis hierhin durchgehalten hast und (II) möchte ich nicht ausschweifend auf Details des Buches und/oder der Vorträge von bspw. Gary Vaynerchuk eingehen, sondern dir sagen, was mir dadurch bewusst geworden ist:

  • bei unserer heutigen Lebenserwartung haben wir unfassbar viel Zeit, um neue Erfahrungen zu machen und neue Dinge auszuprobieren. Wir sollten uns dies öfter in Erinnerung rufen.
  • das Internet bietet Zugang zu unfassbar vielen Informationen mit denen wir uns nahezu alles aneignen können.
  • Mein Dad musste sich beruflich umorientieren und wir hatten für zwei Jahre keine Einnahmen aus einer aktiven Berufstätigkeit und alles hat am Ende einen Sinn aka Gin ergeben, weil er jetzt nach seiner Definition erfolgreich & zufrieden in seinem neuen Berufsfeld arbeitet. Soll heißen, dass Selbstständigkeit Anlaufzeit benötigt und in dieser Zeit mit „weniger“ ausgekommen werden muss. Klingt abgedroschen. Bleibt trotzdem wahr. (Verrückt, dass ich so einen Stammtischspruch wirklich benutze, aber mir fiel nichts passenderes ein.)

Zu guter letzt:

Stelle dir die Frage: »Was ist das schlimmste, was passieren kann?«

 

Auf die letzte Frage lautete meine Antwort in 2020: 

»Das schlimmste was mir passieren kann ist, dass ich Geld investiere und der Online Shop trotzdem die erwarteten/erhofften Zahlen und Umsätze verfehlt, wodurch das Projekt zum Erliegen kommt. Aufgrund der Euphorie und des Idealismus dahinter wäre dies auf emotionaler Ebene schade, doch aus Unternehmersicht richtig und notwendig. Wer weiß, was sich neues daraus ergibt?«

Zum Thema Geld:
Ich behaupte, dass wir alle immer Geld verdienen können, wenn wir umtriebig und ambitioniert bleiben. Schließlich arbeiten wir insgesamt zwischen 35-40 Jahre. In meinem Fall hieß es daher: Was sind dabei zwölf Monate des Ausprobierens, des Lernens, des Erfahrung sammelns? 

Dies soll nicht heißen, dass ich mein erspartes und erarbeitetes Geld nicht wertschätze. Ganz im Gegenteil. Allerdings ist es mir in meiner derzeitigen Situation deutlich wichtiger, die Erfahrung der Selbstständigkeit gemacht zu haben.

Stellen wir uns einmal vor, dass wir zu dem Entschluss kommen, dass der Shop nicht die erhofften Zahlen liefert, sodass es sich lohnt an dem Projekt festzuhalten. Die Erfahrungen, die wir in dieser Zeit gemacht haben bleiben und werden uns bei unseren nächsten Projekten auf jeden Fall weiterbringen. Egal, ob wir uns für ein neues Projekt in der Selbstständigkeit entscheiden oder wieder als Angestellter neue Herausforderungen suchen sollten.

Warten auf den 30.09.2021

Letzten Endes habe ich meine Ausgaben auf ein Minimum reduziert, habe meine Wohnung aufgegeben und bin zu meinen Eltern gezogen. Meinen neuen 3er BMW Firmenwagen habe ich eingetauscht gegen eine Mercedes A-Klasse, die 10 Jahre alt ist und über Dates, während ich Zuhause bei meinen Eltern wohne, möchte ich gar nicht erst sprechen.😁

Abschließend freue ich mich jeden Tag über meine Entscheidung pro Selbstständigkeit und nach 12 Monaten (seit live Schaltung unseres Shops) werden Vanessa und ich ein Fazit ziehen und sehen, wie es weitergeht mit unserem Shop.

Für mich stellt sich dann die Frage, ob die Umsatzentwicklungen entsprechend positiv waren, sodass ich mich weiter zu 100% den Aufgaben des Shops widmen kann oder ich mir wieder eine neue Aufgabe mit regelmäßigem Einkommen suchen muss, da meine Ersparnisse dann aufgebraucht sein werden.

(Stichwort: 250 Flaschen müssen wir über den Shop im Monat verkaufen. - Warum? -> Lies unseren Beitrag zu unseren Kosten und klicke hier.)

Ungeachtet unseres Fazits Ende September weiß ich jetzt schon, dass sich dieser Schritt für mich gelohnt hat.😊

Lass mir deine Gedanken zu diesem Blog Beitrag gerne in den Kommentaren da. 

P.S.: Nächste Woche erfährst du mehr zu den Hintergründen von Manukat, nachdem du heute erfahren hast, wieso mich die Selbstständigkeit gereizt hat.

 

Cheers 

Max

 


1 comment


  • Christiane Böhl

    Hi Max, wieder habe ich mit großem Interesse deinen Blog gelesen und muss sagen : Du hast ja so recht. Ich selber habe mich das ehlicherweise nie getraut, obwohl ich auch schon viele Ideen hatte bezüglich einer Selbstständigkeit. Aber wenn man deinen Beitrag so liest, spürt man den Enthusiasmus und die Begeisterung hinter deinen Worten und ich persönlich denke, du hast alles richtig gemacht!!! 😃 Und ich habe dich für diesen Schritt immer bewundert und fand das ganze sehr spannend, seit dem ich davon wusste. Ich habe dich, glaube ich, auch NICHT gefragt “warum”! 😁 Ich finde es toll, dass du bzw. ihr den Mut dazu hattet. Meinen Respekt habt ihr. Macht weiter so! LG Christiane


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